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Kapitel 5: Der Jakobsweg oder auch Camino de Santiago genannt
Der Jakobsweg ist ein relativ berühmter Pilgerpfad, den man aus vielen Stellen Europas beginnen kann. Alle Wege führen nach Santiago de Compostella in Galizien, wo in der heilige St. Jacob in der Kirche liegt. Der berühmteste Weg ist der französische, der aus den Pyrenäen startet. Der Weg ist immer ausgeschildert mit Hilfe von roten Pfeilen oder Steinen in denen eine Muschel gehauen wurde, das Zeichen des Camino de Santiago. Man bekommt also so eine Art Ausweis und macht sich auf den Weg mit dem Auto, Fahrrad oder die meisten zu Fuß mehrere hundert Kilometer. Man kann überall anfangen, wo man möchte, man brauch nur den Credencial ( Ausweis ), um in den Herbergen auf dem Weg übernachten zu dürfen. Die Herbergen sind fast umsonst. Man muss immer nur eine kleine Spende hinterlassen, man kann es auch sein lassen, aber das macht keiner, da man ja Bett, Dusche und Küche bekommt.
Für uns gab es nur ein kleines Problem! Die Leute standen um 6, manche teilweise um 5 Uhr auf. Die waren alle total krank und dann wanderten sie so bis 4 Uhr 20 oder mehr Kilometer, um sich dann um 8 Uhr schlafen zu legen. Da stimmt doch nun wirklich was nicht in deren Köpfen und das noch im Urlaub. So bauten wir immer unser Zelt neben den Herbergen auf, so dass wir duschen konnten und morgens immer noch unsere Ruhe hatten ohne diese schnarchenden Gestalten. Öfters waren die Herbergen auch überfüllt und so kam es, dass wir noch zwei junge Spanier in unser Zelt aufnahmen, die uns viel über den Jakobsweg erzählen konnten. Das war eine ziemlich enge Nacht zu viert im Zelt.
Day 38, 13.07.00: Donnerstag, Morgen hat Amrei Geburtstag. Wir haben ein großes Frühstück veranstaltet und die Pilger laufen an uns vorbei. Die Räder sind total staubig, jetzt geht’s aber erst mal los. Nach vielen kleinen Pausen und einer Stange L&M Filterzigaretten plus zweitem Frühstück sind wir dann am Fluss in Astorga gelandet. Auf dem Weg haben wir noch einen alten Typen getroffen, der aus Goßlar bis nach Santiao läuft ( 2800 km ). Der ist seit Anfang April unterwegs. Ufa! In Astorga haben wir das wunderschöne Gebäude von Gaudi bewundert.
Weiter ins Gebirge und gleich ein 1500 m Berg, der aber nicht so schlimm wie die Pyrenäen war. Oben Rast gemacht und wieder 500g Spaghetti gegessen. Haben noch eine Kirchenreisegruppe kennen gelernt, wo auch ein Berliner dabei war. Sind dann noch ein Stück bergauf gefahren und haben uns schließlich in die Büsche geschlagen. Am nächsten Morgen ging es Jens richtig Scheiße, wahrscheinlich war es nicht so schlau, auf 1500m zu übernachten. Na, dafür war die Abfahrt ins Tal der Wahnsinn.
Wir fuhren über Burgos, Leon über die Berge vom heißen Klima Mittelspaniens nach Galicien rein. Galicien ist wunder, wunderschön. Viel grüner als der Rest von Spanien und irgendwie nur schön. Nachdem ich in der einen Nacht ausgiebig mein Essen wieder ausgespuckt habe, haben wir in der nächsten am 17.07.00, Montag einen super Platz gefunden zum Schlafen ( siehe Photo ). Tags drauf waren wir auch schon in Santiago. Dort haben wir Carol kennen gelernt, die mit ihrem Pferd aus Portugal nach Santiago geritten war. Wir versprachen ihr, auf dem Weg durch Portugal mal bei ihr reinzuschauen, was wir später dann auch taten. Am nächsten Tag gingen wir um 12 Uhr in die Kirche und warteten darauf, dass wir verkündet werden würden, was auch geschah, allerdings verstanden wir nicht viel und die Kirche war auch proppe voll.
Wir erfuhren, dass in einer Woche in Santiago das große Feuerwerk sein sollte, zu Ehren des heiligen St. Jakob. Na, das konnten wir uns doch nicht entgehen lassen und so beschlossen wir, eine Rundtour durch Galicien zu machen.